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Ergebnis der Eröffnungsveranstaltung HORIZONT 2015 "Archäologie in der Schweiz - Gegenwart und Zukunftschancen" vom 29. Januar 2010, Bern

Am Freitag, dem 29. Januar trafen sich an der Universität Bern rund 250 in der Archäologie tätige Personen, um die Zukunft ihres Fachbereichs in der Schweiz zu erörtern. Mit dabei war auch Nationalrat Dominique de Buman, ehem. Mitglied der Komission für Bildung und Forschung.

Während dieser eintägigen Veranstaltung wurden folgende Herausforderungen identifiziert:
  • Die Wahrnehmung der Schweizer Archäologie in der breiten Öffentlichkeit hat sich zwar verbessert (z.B. Fernsehsendung „Pfahlbauer von Pfyn“), es fehlt aber an einer überregionalen Strategie.

  • Auf Bundesebene vertritt keine Lobby die Interessen der Archäologie in gewünschtem Mass, auch auf kantonaler Ebene ist dies nur teilweise der Fall. So wird auch das von der Schweiz unterzeichnete „Europäische Übereinkommen zum Schutz des archäologischen Erbes“ (Konvention von Malta) in vielen Kantonen nur teilweise umgesetzt. Sieben Kantone besitzen gar keine archäologische Fachstelle.

  • Die föderale Struktur unseres Landes macht die kantons­übergreifende Forschung schwierig, die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Kantonsarchäologien, den Universitäten und den Museen muss verbessert werden.

  • Allgemein anerkannte, kantonsübergreifende Standards, beispielsweise für die wissenschaftliche Forschung oder die Grabungstechnik, fehlen.


Vorträge (
Zusammenfassungen/Stichworte):

Carmen Buchiller - Archäologie Schweiz/Archéologie Suisse
Urs Clavadetscher - Kantonsarchäologien/Services cantonaux d’archéologie
Martin Portmann - VATG/ASTFA, Grabungstechniker/personnel technique des fouilles archéologiques
Frédéric Rossi - Privatfirmen/Archéologie privée, entreprises
Jörg Schibler - Universitäten/Universités
Urs Rohrbach - Studierende/Etudiants
Martin Guggisberg - Schweizerische Archäologie im Mittelmeerraum und im Nahen Osten/Archéologie suisse en Méditerranée et au Proche-Orient
Marie-France Meylan Krause
- Arbeitsgemeinschaften/Groupes de travail, associations
Heidi Amrein - Schweizerisches Nationalmuseum/Musée national suisse
Laurent Flutsch
- Regionale archäologische Museen/Musées regionaux d’archéologie
Cordula Kessler - NIKE
Johann Mürner (Oliver Martin) - BAK/OFC, Bund/Confédération


Audiofiles Podiumsdiskussion:

Teil 1 (9.5 MB)
Teil 2 (9 MB)
Teil 3 (3.6 MB)


Am Ende der Tagung wurde folgende Erklärung verabschiedet:

Schlusserklärung
An der Eröffnungsveranstaltung des Projekts HORIZONT 2015 mit dem Titel „Archäologie in der Schweiz – Gegenwart und Zukunftschancen“ am 29.1.2010 in Bern haben rund 250 Personen, grösstenteils Fachleute, teilgenommen. Im Rahmen der Referate und der anschliessenden Diskussion ging es darum, eine Standortbestimmung zur Archäologie in der Schweiz zu machen, gemeinsame Probleme zu erkennen und die Handlungsspielräume für Optimierungsmassnahmen auszuloten. Dabei wurden verschiedene aktuelle Herausforderungen der schweizerischen Archäologie herausgearbeitet. Die Anwesenden sind sich einig, dass diese angenommen und gemeinsam angegangen werden sollen. Das Ziel ist, konkrete, politisch und finanziell umsetzbare Lösungsansätze und Konzepte zu erarbeiten. Das Projekt HORIZONT 2015 soll dabei in den kommenden 5 Jahren als organisatorische Plattform und Label für entsprechend ausgerichtete Aktivitäten verschiedenster Art (Tagungen, Arbeitsgruppen etc.) genutzt werden.


Die Delegierten des Trägervereins HORIZONT  2015 werden an der Delgiertenversammlung vom 23. Februar 2010 die weiteren Schritte festlegen. Eine bessere Vernetzung der existierenden Institutionen sollte wesentlich zur Lösung der identifizierten Probleme beitragen.